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Sonntag, 18 Oktober 2020 18:11

TSVN I - FC Esslingen 0:3

Gegen einen äußerst abgezockten FC Esslingen verlor der TSVN insgesamt verdient und wartet weiter auf den ersten Heimsieg. Dazu handelte sich Matthias Wilhelm auch noch eine umstrittene rote Karte ein...

Dem Aufsteiger eilte ein beängstigender Ruf voraus und diesen bestätigte die Elf aus der Kreismetropole voll und ganz. Mit sieben, acht „Hirten“ auf dem Platz zeigte die Mannschaft von Lothar Mattner ungeheuerliche körperliche Präsenz, wobei die Hünen alle technisch versiert wirkten. Dabei fiel ausgerechnet der Torhüter aus der Rolle, denn Dominik Klein verfügte nicht gerade über die gewohnte Statur eines Keepers. Schade, dass nicht viel auf seinen Kasten kam und so dieses Manko der Gäste kaum genutzt werden konnte.

Es begann vielversprechend, denn Robin Plachy inszenierte mit seinem neuen Sturmpartner Nicolai Berger einen gefährlichen Angriff und der Torjäger setzte sich bis fast zum Torpfosten durch. Dann wurde es aber zu vielbeinig und die FC-Abwehr konnte klären. Im Gegenzug zog der starke Außenverteidiger Anastasios Ketsemenidis stramm ab, verfehlte aber knapp. Dardan Aliu, ebenfalls einer wie ein Baum, rammte in der 8. Minute eine Freistoßflanke per Kopf haarscharf vorbei und innerhalb von Sekunden besaß Davud Vehab zweimal die Möglichkeit zur Esslinger Führung (15.). Einen satten Freistoß von David Srsa konnte der ansonsten wieder sehr sichere Marc Vogelmann nicht festhalten und erneut Vehab zimmerte aus spitzem Winkel ans Außennetz (19.).

Die Gäste hatten im Aileswasen eindeutig den Hut auf und beherrschten die Szenerie. Selbst der schnelle Robin Plachy konnte der cleveren FC-Deckung nur halbwegs entkommen, wobei sein Schuss nach einem Konter zu schwach ausfiel, um Ertrag zu bringen (36.). Die einzige Großchance des Spiels für die Gastgeber datierte aus der 42. Minute und die hätte die Führung bringen müssen.

Nicolai Berger hatte nach einem Zuspiel von Pablo Guillen plötzlich völlig freie Bahn, auch weil Torhüter Dominic Eitel sich wieder in seinen Sechzehner zurück zog. Berger hätte seinen erstmaligen Einsatz von Beginn an erfolgreich gestalten können, doch aus welchen Gründen auch immer rutschte ihm das Herz in die Hose. Vor Eitel angekommen agierte er viel zu zögerlich, rettete sich aber mit einem Notrückpass auf Robin Plachy halbwegs aus der Bredouille. Deshalb halbwegs, weil der Torjäger das nur noch mit einem Feldspieler abgesicherte Esslinger Gehäuse verfehlte.

Im zweiten Abschnitt sollte nach vorne fast nichts mehr gehen, auch weil die Gäste in der 50. Minute durch ihren Führungstreffer noch mehr an Sicherheit gewannen. Moritz Ragg zog aus 20 Metern ab und der Aufsetzer war für Marc Vogelmann nicht zu halten. Dafür bewahrte der TSV-Schlußmann seine Mannschaft in der 61. Minute gegen Maurice Regber und in der 73. Minute gegen Marcello Di Fabio vor einem höheren Rückstand. Auch in Minute 81war der beste Neckartailfinger gegen Davud Vahub auf dem Posten. Sechzig Sekunden später kam es dann aber knüppeldick.

Zunächst wehrte Vogelmann erneut klasse ab, jedoch prallte der Ball vor die Füsse von Marc-Anthony Hermle. Auf der Linie war nur noch Matthias Wilhelm postiert und kreuzte seine Arme vor dem Körper um die Magengrube zu schützen. Genau dort hin donnerte Hermle aus kürzester Distanz die Kugel und Schiri Tobias Rollnik bewertete dies als absichtliches Handspiel zur Verhinderung eines Tores. Rote Karte und Elfmeter waren die Folge. Georgios Natsis traf scharf ins Eck und sorgte so für die Entscheidung (83.). Ohne den Abwehrchef fehlte nun im Zentrum ein Mann, was die Esslinger in der 89. Minute zum 0:3 nutzten. Eine weite Flanke nahm wieder Moritz Ragg volley und traf ins kurze Eck. Damit fiel die Niederlage eindeutig zu hoch aus.

Der TSV muss die Punkte für den Klassenerhalt gegen andere Gegner holen – normalerweise. Da dies jetzt schon viermal versäumt wurde, wird es jetzt langsam enger. Beim Tabellenführer in Neuhausen dürfte es um keinen Deut einfacher werden, als gegen den tatsächlich bockstarken Aufsteiger aus der Kreisstadt.

TSVN: Vogelmann, Stefan Wilhelm, Krasser (75. Schneller), Pablo Guillen (86. Pirlog), Glöckler, Luis Guillen, Matthias Wilhelm, Grech, Plachy, Wenzelburger, Berger (69. Schellander)

FC Esslingen: Eitel, Srsa, Mojasevic, Regber, Vehab, Aliu (88. Kavak), Ketsemenidis, Rohfleisch (78. Hermle), Ragg, Di Fabio, Natsis

Schiedsrichter: Tobias Rollnik (Gerlingen)

Zuschauer: 130

Tore: 0:1 (50.) Ragg, 0:2 (83./Handelfmeter) Natsis, 0:3 (89.) Ragg

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte wegen Handspiel für Matthias Wilhelm (82.)

Gelesen 188 mal Letzte Änderung am Dienstag, 20 Oktober 2020 08:11
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