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Montag, 18 März 2019 07:33

TSV Deizisau I - TSVN I 3:3

Nach der 0:4-Klatsche gegen den FC Donzdorf fuhr der TSVN mit gemischten Gefühlen nach Deizisau, zeigte dort dann aber ein wieder ganz anderes Gesicht...

Die Hintere Halde wäre um ein Haar zum dritten Mal hintereinander gestürmt worden, doch der Tabellenzweite zog den Hals nochmals halbwegs aus der Schlinge. Einen Punktgewinn hätte der Seriensieger aus dem Vorjahr nach dem peinlichen Pokalaus in Reichenbach und dem schlechten Auftakt in der Liga vor der Partie in Deizisau mit Kusshand entgegen genommen. Hernach war das 3:3 allerdings frustrierend und zudem völlig unnötig. Bis zur 86. Minute hatte die exzellent auftretende Aileswasen-Elf nämlich 3:1 geführt und musste in der turbulenten Endphase doch noch zwei Punkte liegen lassen.

Schon die 1. Minute machte wenig Mut, denn da wurde es nach einer Rückgabe von Jonas Bayha eng, weil Marc Vogelmann die hoppelnde Kugel verfehlte und erst im Nachgang klären konnte. Der schnelle Alassane Braun war der Störenfried gewesen und fünf Minuten später schlug der Deizisauer Flitzer richtig zu. Einen vom Wind weit getragenen Abwehrschlag brachte der Angreifer technisch versiert unter Kontrolle und jagte ihn ebenso perfekt zum 1:0 flach ins lange Eck. Die schlimmsten Befürchtungen schienen wahr zu werden, doch die Gäste schüttelten sich kurz und wurden immer stärker. Dennis Eiberle verfehlte eine Schneider-Flanke, aber Max Sperl kam mit dem Kopf nicht richtig ran (19.). Sekunden später zog Yannick Schellander ab, Eiberle stand diesmal jedoch richtig.Die vorerst letzte Chance besaßen die Hausherren wiederum eine Zeigerumdrehung später, als Braun flach abzog, Marc Vogelmann indes rechtzeitig unten war.

Eine der diesmal allesamt gefährlich in den Sechzehner geschlagenen Flanken von Manuel Schneider erreichte Max Sperl und dessen Kopfball drückte Jonas Bayha aus drei Metern vollends zum 1:1 unters Tordach (24.). Danach steuerte Robin Plachy zweimal alleine auf Eiberle zu, verfehlte aber in der 24. ebenso wie in der 26. Minute den Deizisauer Kasten. Es waren Großchancen, die der Torjäger da vergeben hatte und dies wäre in der 36. Minute beinahe von Marian Hafner bestraft worden, der eine Flanke volley über den Balken setzte. Im Gegenzug dann jedoch die Führung für die Gäste. Nach einem langen Ball in den Strafraum setzte sich Noah Wagner energisch durch und spitzelte schließlich Eiberle die Kugel durch die Beine ins Netz. Zwischenzeitlich hatten die Hausherren ihren gefährlichsten Angreifer verloren. Alassane Braun musste nämlich nach einem unbeabsichtigten unglücklichen Foul von Max Sperl (36.) in der 41. Minute runter.

Doch auch der TSVN hatte einen wichtigen Mann schon früh verloren. Abwehrchef Lars Glöckler hielt mit seiner Verletzung nur eine halbe Stunde durch und benötigt wohl eine Pause, um seine Blessur endlich los zu werden. Kurz nach dem Pausenpfiff des bis dahin souveränen Schiedsrichters Riccardo Migliozzi Schrecksekunde für die Gäste. Stefan Wilhelm und Philipp Wenzelburger produzierten einen Doppelpackfehler, den Marc Vogelmann aber wieder ausbügelte (48.). Eine Minute darauf hieß es jedoch 1:3. Robin Plachy, der zuvor ja zwei „Einfache“ ausgelassen hatte, machte da die „Schwierige“. Vom Sechzehnereck zog er fulminant per Linksschuss ab und der Strich schlug flach und unhaltbar im langen Eck ein (49.).

Die viel reklamierenden Deizisauer, wofür Marcel Motzer und Kevin Siekermann Gelb sahen und zwei weitere TSV-Akteure mit Ermahnungen davon kamen, nervten Schiedsrichter Migliozzi sichtlich und brachten ihn anscheinend aus der Spur. Selbst der sonst so besonnene und faire Deizisau-Macher Alex Iglhaut musste seinen Linienrichterposten wegen seiner Proteste räumen. Anders jedenfalls war der überraschende Elfmeterpfiff in der 56. Minute nicht zu deuten. Noah Wagner war im eigenen Sechzehner klar von hinten umgestoßen worden und mit der Hand auf den Ball gefallen. Den von Kevin Siekermann scharf und platziert getretene Strafstoß wehrte Marc Vogelmann jedoch mit einer Glanzparade ab. Rouven Kendel, der an Jonas Bayha auf der Linie scheiterte (62.) und Marian Hafner, der den Winkel haarscharf verfehlte (69.), besaßen die vorerst letzten Möglichkeiten der Gastgeber.

Ein weiterer Plachy-Kracher aus 25 Metern konnte von Dennis Eiberle danach mit Mühe am Einschlag gehindert werden (73.), doch dann hätte der für den starken Manuel Schneider gekommene Timo Bezirgianidis auf 4:1 stellen müssen, was natürlich die Entscheidung bedeutet hätte. Statt das einfache Tor zu machen, sollte es aber halt mal wieder ein Kunstwerk werden und das ging gründlich schief (80.), weil der Heber geradenoch vom Fangzaun aufgehalten wurde.

Der Tabellenzweite gab danach nochmals Gas, versuchte alles und wurde in der 86. Minute mit dem Anschlusstreffer von Daniel Riela belohnt. Warum in der 88. Minute ausgerechnet die schärfste Konterwaffe, Robin Plachy, ausgewechselt wurde, um Zeit von der Uhr zu nehmen, rief im gesamten Gästeblock ungläubiges Kopfschütteln hervor. Ob dieser Tausch nun für das was kam ursächlich war, bleibt dahin gestellt, falsch war es auf alle Fälle, weil Plachy an diesem Tag jederzeit gefährlich wirkte. Der zwischenzeitlich immer wieder gegen die Gäste entscheidende Unparteiische schenkte in der 90. Minute dem TSVD den nächsten Elfmeter, warum weiß niemand. Die Gerechtigkeit siegte jedoch, denn Teufelskerl Marc Vogelmann parierte auch diesmal gegen Siekermann prächtig. Allerdings musste Jonas Bayha den Abpraller in höchster Not gegen den Schützen danach noch klären.

Damit schien der Dreier eingetütet – schien. In der 3. Minute der Nachspielzeit sah Migliozzi ein nicht vorhandenes Zweikampffoul von Timo Bezirgianidis weit in der Hälfte der Hausherren. Der letzte Schlag nach vorne für die Gastgeber rutschte durchs Zentrum, Riela hatte freie Fahrt und schloss zum 3:3 ab. Eine vorzügliche Leistung wurde so mit einer reichlich frustrierenden Zweidrittelniederlage bestraft. Robin Plachy und Max Sperl waren wieder in die Mannschaft zurück gekehrt, was sich äußerst positiv auswirkte. Doch ohne Ausfälle geht es halt nicht, denn neben dem früh raus müssenden Lars Glöckler, war nämlich Matthias Wilhelm kurzfristig mit Magen-Darm ausgefallen.

TSV Deizisau: Eiberle, Joscha Ganter, Mozer, Lohmüller, Maximilian Ganter (74. Lösche), Siekermann, Braun (41. Cerven), Kendel, Hafner, Staas, Riela

TSVN: Vogelmann, Schneider (74. Timo Bezirgianidis), Bayha, Krasser, Wagner, Glöckler (31. Stefan Wilhelm), Luis Guillen, Sperl, Robin Plachy (88. Spengler), Wenzelburger, Schellander

Schiedsrichter: Riccardo Migliozzi (Weilheim)

Zuschauer: 120

Tore: 1:0 (6.) Braun, 1:1 (24.) Bayha, 1:2 (37.) Wagner, 1:3 (49.) Plachy, 2:3 (86.) Riela, 3:3 (90.+3) Riela

Besondere Vorkommnisse: Marc Vogelmann hält zwei Elfmeter von Siekermann (57./90.)

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