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1. FC Donzdorf I - TSV Neckartailfingen I 4:1

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Nach der Niederlage in Donzdorf ist der TSVN auf den Relegationsplatz abgerutscht. Der Bezirksligadino wackelt und die Uhr zeigt fünf vor Zwölf ...

Ein nur winziges Pünktchen aus den ersten fünf Rückrundenspielen zieht die Grünweissen in eine kaum für möglich gehaltene Abwärstsspirale, die seit Sonntag einen neuen Tiefpunkt erreicht hat. Und, momentan ist es wenigstens noch der Relegationsplatz, doch sollte man nun auch die Landesligatabelle im Auge behalten. Steigen von dort nämlich mehr als zwei Neckar/Fils-Vereine ab, wäre der derzeitig 13. Rang gleichbedeutend mit dem direkten Abstieg. Eislingen und Geislingen sitzen dort bereits im Bezirksligafahrstuhl, der FV Nürtingen ist nicht weit davon entfernt.

Eine undiskutable erste Halbzeit in Donzdorf war die Grundlage für die mehr als verdiente Niederlage. Nach vorne herrschte Funkstille und die Defensive agierte zeitweise wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Kein einziger TSV-Akteur erreichte auch nur annähernd Normalform und hätte der FC alle seine Chancen konsequent genutzt, wäre ein Desaster möglich gewesen. Einziger Lichtblick war die Endphase der Begegnung, in der die Gäste fast noch die Wende geschafft hätten. Zuvor allerdings waren die bissigen und giftigen Hausherren in allen Belangen besser und kauften den hasenfüssig auftretenden Kickern aus dem Aileswasen schon früh den Schneid ab.

Dabei begann es verheißungsvoll im Lautertalstadion. Nach einem Foul an Benjamin Frimmel touchierte Jonas Bayha's Freistoß aus 22 Metern den Balken und Torhüter Michael Schöffel wäre da machtlos gewesen (4.). Der bereits letzte Besuch im Donzdorfer Strafraum fand schon in der 18. Minute statt. Denis Köhler war fast durch, doch Marc Heinzmann konnte ihn im allerletzten Moment mit seinen langen Gräten aufhalten. Die ersten Anzeichen, dass die TSV-Abwehr an diesem Tag alles andere als sattelfest sein würde, zeigten sich in der gleichen Spielminute. Plötzlich war der flinke Nico Kolb durch, doch gestört vom nachsetzenden Tim Müller konnte der FCD-Stürmer nicht unbehelligt abschließen und Marcel Finsterbusch besorgte mit einer klasse Parade den Rest.

In der 27. Minute reklamierten die Gäste Handspiel, als Simon Andres im Zweikampf mit Robin Plachy das verbotene Körperteil im Spiel gehabt haben soll. Der unauffällig und sicher leitende Hermann Missal aus Köngen war jedoch anderer Meinung und so klingelte es im Gegenzug erstmals im TSV-Kasten. Eine weite Flanke von links erreichte den völlig frei am Fünfmeter lauernden Josip Skrobic und der mußte tief in die Parterre gehen, um per Kopf eindrücken zu können. Marcel Finsterbusch hatte da auch nicht mehr versucht, den FC-Torjäger mit einer Verzweiflungstat zu irritieren (28.). Den nächsten Flugkopfball setzte Skrobic nach Hereingabe von Marc-Simon Szenk, doch der verfehlte ebenso sein Ziel knapp (40.) wie der dritte Versuch Skrobic's mit dem Schädel aus einem Meter (44.).

Mit dem 0:1 in die Kabine zu gehen wäre demzufolge ein Erfolg gewesen, doch ein dickes Mißverständnis zwischen Tim Müller und Stefan Wilhelm eröffnete noch vor dem Pausenpfiff Nico Kolb freie Fahrt und das quirrlige Leichtgewicht ließ sich die Chance zum zweiten FCD-Treffer nicht nehmen. Trainer Georgios Karatailidis setzte nun alles auf eine Karte und vollzog zum zweiten Umlauf einen Dreifachwechsel. Da hatte er allerdings die Qual der Wahl, denn eigentlich hätte er jeden vom Platz nehmen können. Für Tobias Haverkamp, Yannick Schellander und Philipp Wenzelburger blieben schließlich Tim Müller, Bastian Nagel und Lucas Böpple in der Kabine.

Besser wurde es aber vorerst dennoch nicht. Im Gegenteil. Philipp Wenzelburger war noch nicht mit dem Kopf bei der Sache und hob schläfrig das Donzdorfer Abseits auf. Matthias Riegert nutzte dies und schob zum 3:0 ein (54.). Damit war so gut wie alles besprochen und dennoch folgte nun wenigstens so was wie ein Aufbäumen. Matthias Wilhelm, einer der wenigen Lichtblicke, schickte Benjamin Frimmel in der 65. Minute in den FC-Strafraum, doch dessen Rückpass ging vollkommen ins Leere. Auch Denis Köhler wurde jetzt stärker und seine Flanke erreichte Tobias Haverkamp, der wiederum einen Stockfehler fabrizierte und den Ball zu weit wegprallen ließ (71.). Dann versuchte es Youngster Köhler sechzig Sekunden später mit Gewalt. Diesmal verhinderte ein Platzfehler den Erfolg.

Nach 78 Minuten wurden die Bemühungen des TSV endlich belohnt. Zunächst scheiterte Haverkamp frei vor dem glänzend haltenden Michael Schöffel, aber der zweite Ball kam in den Donzdorfer Strafraum zurück und Denis Köhler lenkte ihn am FC-Keeper vorbei in die Maschen. Der Zeiger hatte noch keine ganze Umdrehung hinter sich, da hätte es 2:3 stehen können. Yannick Schellander legte in den Fünfer, Frimmel kam nur mit der Hacke an den Ball und ein Donzdorfer Abwehrspieler hätte ihn dann um ein Haar ins eigene Tor bugsiert. Allen Spekulationen und Eventualitäten bereitete schließlich Josip Skrobic ein Ende. Der TSV-Schreck leitete einen hohen Flugball mit dem Kopf rückwärts per Bogenlampe weiter und die Kugel senkte sich unhaltbar ins lange Eck (87.).

Der nächste Tiefschlag war perfekt, ein weiterer folgte, als die teilweise überraschenden Ergebnisse der Abstiegskonkurrenz bekannt wurden. Am kommenden Spieltag trifft man im Aileswasen auf solch eine Mannschaft (Denkendorf) und da darf nun wirklich nichts mehr schief gehen. Auch wenn im Lautertal mit Cosimo Attorre sowie Moritz Krasser zwei wichtige Offensivkräfte fehlten und Kapitän Manuel Schneider beim Warmmachen "Schippen" winken mußte, sollte dies nicht als Ausrede für die neuerliche Niederlage herhalten. Vielmehr fehlt es zur Zeit am nötigen Biss und dem Willen, den Gegnern auch mal richtig weh zu tun.

FC Donzdorf: Schöffel, Riegert (63. Ponomartschuk), Andres, Skrobic, Sahin (88. Simperl), Wiedmann (69. Butz), Marc-Simon Szenk, Schmid, Kolb (77. Gedik), Heinzmann

TSVN: Finsterbusch, Stefan Wilhelm (88. Glöckler), Nagel (46. Schellander), Bayha, Frimmel, Köhler, Matthias Wilhelm, Plachy, Blank, Böpple (46. Haverkamp), Müller (46. Wenzelburger)

Schiedsrichter: Hermann Missal (Köngen) 

Zuschauer: 130

Tore: 1:0 (28.) Skrobic, 2:0 (45.) Kolb, 3:0 (54.) Riegert, 3:1 (78.) Köhler, 4:1 (87.) Skrobic         

Gelesen 250 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 März 2017 08:59
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